Einleitung
Achtung: Da ich im Augenblick auf Reisen bin, kann ich leider
weder Fehler korrigieren noch emails beantworten!
Dieses kleine Tutorial soll helfen, einen LAMP Server aufzusetzen und zu
konfigurieren. Aufsetzen heist für dieses Tutorial, selber alle Software
zu compilieren und installieren (Apache, PHP, MySQL). Das ist für die
ersten Schritte mit PHP natrülich nicht unbedingt nötig. Bei den meisten
Distributionen ist jetzt schon neben einem Apache ein mod_ssl und ein mod_php dabei.
Damit kann man Anfangen.
Möchte man dann doch ein eigenes System, dann hoffe ich daß diese Anleitung
helfen wird. Dabei gehe ich davon aus, das der geneigte Leser ("Du")
sein Linux als solches schon am laufen hat.
Das hier ist eine überarbeitete Version. Der Hauptunterschied zur alten Version ist, daß wir beim Apache jetzt DSO benutzen.
Bei Problemen oder Korrekturen zu diesem Mini-Tutorial kannst Du mir gerne eine mail an php@baach.de schicken. Leider brauche ich manchmal etwas länger, bis ich die mails beantworten kann.
Viel Spaß und liebe Grüße,
Jörg Baach
Was brauch ich denn so?
Der Name unseres kleinen Projektes - LAMP - gibt da schon ganz gute Hinweise.
Die verschiedenen Dateien solltest Du irgendwo auf Deinem Rechner abspeichern -
bei mir ist das '/usr/local/src/lamp/tarballs'.
Homepage: http://httpd.apache.org
Datei: http://httpd.apache.org/dist/httpd/apache_1.3.20.tar.gz
Homepage: http://www.mysql.com
Datei: http://www.mysql.com/Downloads/MySQL-3.23/mysql-3.23.42.tar.gz
Mirror: http://ftp.gwdg.de/pub/misc/mysql/Downloads/MySQL-3.23/mysql-3.23.42.tar.gz
Homepage: http://www.php.net
Mirror: http://www.php3.de
Datei: http://www.php3.de/distributions/php-4.0.6.tar.gz
Dokumentation: http://www.php3.de/distributions/manual.tar.gz
( Alternativ Deutsche Doku: http://www.php3.de/manual/de/manual.zip)
OpenSSL - in der aktuellen Version 0.9.6b
Homepage: http://www.openssl.org
Datei: http://www.openssl.org/source/openssl-0.9.6b.tar.gz
mod_ssl - man muß darauf achten, daß die Datei zum jeweiligen Apache passt.
Homepage: http://www.modssl.org
Datei: http://www.modssl.org/source/mod_ssl-2.8.4-1.3.20.tar.gz
GD-Library
Homepage: http://www.boutell.com/gd/
Datei - Version 1.8.4: http://www.boutell.com/gd/http/gd-1.8.4.tar.gz
Zlib - Version 1.1.3
Homepage (eher Heimverzeichnis): http://www.gzip.org/zlib/
Datei: ftp://ftp.uu.net/graphics/png/src/zlib-1.1.3.tar.gz
IJG JPEG software - Version 6b
Homepage: www.ijg.org
Datei: ftp://ftp.uu.net/graphics/jpeg/jpegsrc.v6b.tar.gz
Freetype - in der Version 1.3.1
Homepage: http://www.freetype.org
Datei: ftp://freetype.sourceforge.net/pub/freetype/freetype1/freetype-1.3.1.tar.gz
cd /usr/local/src/lamp tar -xzf tarballs/apache_1.3.20.tar.gz tar -xzf tarballs/freetype-1.3.1.tar.gz tar -xzf tarballs/gd-1.8.4.tar.gz tar -xzf tarballs/mod_ssl-2.8.4-1.3.20.tar.gz tar -xzf tarballs/mysql-3.23.42.tar.gz tar -xzf tarballs/openssl-0.9.6b.tar.gz tar -xzf tarballs/php-4.0.6.tar.gz tar -xzf tarballs/zlib-1.1.3.tar.gz tar -xzf tarballs/jpegsrc.v6b.tar.gz
Hierbei wird Mysql unter dem entsprechenden Pfad installiert, allerdings als
Datenverzeichnis "/var/mysql/data" verwendet. Dieses Datenverzeichnis bleibt
auch bei späteren Upgrades innerhalb der Versionsnummer gleich.
Am Ende starten wir den Server und vergeben für Root ein Passwort, damit
nicht jeder in die Datenbank gelangt.
cd /usr/local/src/lamp/mysql-3.23.42/ ./configure --prefix=/usr/local/mysql/3.23.42 --localstatedir=/var/mysql/data make make install ln -s /usr/local/mysql/3.23.42 /usr/local/mysql/current mkdir /var/mysql mkdir /var/mysql/data scripts/mysql_install_db /usr/local/mysql/current/bin/safe_mysqld & /usr/local/mysql/current/bin/mysqladmin -u root password 'geheim'Wer will, kann noch den Startup-File an die entsprechende Stelle kopieren, damit beim nächsten mal auch der Serverstart klappt. Bei SUSE wie folgt:
cp support-files/mysql.server /etc/rc.d/init.d chmod 744 /etc/rc.d/mysql.server cd /etc/rc.d/rc2.d ln -s ../init.d/mysql.server S20mysql.server ln -s ../init.d/mysql.server K20mysql.serverFalls schon eine MySQL installiert war, muss die Datei my.cnf angepasst werden.
OpenSSL wird hier unterhalb von /usr/local/openssl/0.9.6b installiert. OpenSSL wird ja, wie oben schon gesagt, von mod_ssl gebraucht, daher zuerst OpenSSL.
cd /usr/local/src/lamp/openssl-0.9.6b ./config --prefix=/usr/local/openssl/0.9.6b make make test make install ln -s /usr/local/openssl/0.9.6b /usr/local/openssl/current
Zunächst wird der Apache zusammen mit mod_ssl gebaut. Wir erstellen eine
DSO-Version des Apache, was im wesentlichen heist, dass Zusatzmodule
wie z.B. PHP nicht fest in den Server eingebacken werden, sondern vom Server
dynamisch zugeladen werden. Das hat in der Anwendung den Effekt, daß man
beim Update von PHP nur noch PHP neu bauen muß, und nicht mehr den
ganzen Apache. Ich finds praktisch.
Hier werden zunächst die Quellen des Apache gepatcht. Praktischerweise werden gleichzeitig schon alle für den Apache-Configure-Aufruf notwendigen Parameter mitgegeben, d.h. es werden in einem Schritt die Apache-Quellen gepatcht und konfiguriert. (Alle Anweisungen ab dem prefix sind für den Indianer).
Besonderheiten: Es wird mit datadir als Pfad für die Webdokumente /var/www angegeben, d.h die Dokumente, die über den Webserver erreichbar sein werden, müssen in diesem Verzeichnis liegen. Dies entspricht nicht der Vezeichnisstruktur, wie sie der von SuSE gelieferte Apache verwendet!
cd /usr/local/src/lamp/mod_ssl-2.8.4-1.3.20 ./configure --with-apache=../apache_1.3.20 \ --with-ssl=../openssl-0.9.6b \ --prefix=/usr/local/apache/1.3.20 \ --datadir=/var/www \ --enable-module=most \ --enable-shared=max \ --enable-module=ssl
Nun braucht nur noch der Apache gebaut werden. Ein Befehl, gut zu schaffen :-).
cd /usr/local/src/lamp/apache_1.3.20 make
Es wird ein Zertifikat zur späteren Verwendung für SSL-Sitzungen erzeugt. Dieses wird von der eigenen CA unterschrieben, die in diesem Schritt gleich mit angelegt wird.
make certificate TYPE=custom
Dabei wie folgt auf die Fragen antworten (Anführungszeichen weglassen), und natürlich was sinnvolles einsetzen.
Zuerst wird nach Angaben zu der CA gefragt (Schritte 1 - 4).
Signature Algorithm: R Country Name: "DE" State or Province: "NRW" Localty Name: "Rheda-Wiedenbrueck" Organization Name: "Mediathek" Organizational Unit Name: "CA" Common Name: "Mediathek CA" Email Address: "ca@mediathek.de" Certificate Validity: "365" Certificate Version: 3Dann wird Schlüssel und selbssigniertes Zertifikat der CA erzeugt. Hiernach wird dann nach Angaben zum Serverzertifikat gefragt.
Country Name: "DE" State or Province: "NRW" Localty Name: "Rheda-Wiedenbrueck" Organization Name: "Mediathek" Organizational Unit Name: "Webmaster"Und jetzt ganz wichtig: den Namen angeben, unter dem später Dein Rechner per SSL erreichbar sein wird (bei mir: https://intern.mediathek.de).
Common Name: "intern.mediathek.de" Email Address: "www@intern.mediathek.de" Certificate Validity: "365" Certificate Version: 3Zuletzt wird gefragt, ob die Schlüssel verschlüsselt werden sollen. Zunächst wird nach der CA gefragt, dann nach dem Serverschlüssel. Da es sich bei mir um ein Testsystem handelt, wähle ich keine Verchlüsselung. Bei einem Produktionssystem sollte natürlich die Verschlüsselung eingeschaltet werden, wenngleich dann auch bei jedem Neustart des Apache das Passwort für den Server-Key eingeben werden muss.
Encrypt the private key now: n Encrypt the private key now: n
Nun noch schnell den Apache installiert.
make install ln -s /usr/local/apache/1.3.20 /usr/local/apache/current
Zunächst erstellen wir einmal von PHP benötigte Programme und Libraries. Meiner Erfahrung nach kommt es hier eher zu Stress als nachher bei PHP. Was bedeutet, dass man kann hier auch gut einen Teil überspringen kann, wenn man ihn nicht braucht. Im Augenblick ist die Entscheidung eher übersichtlich - wir bauen nur die GD-Library. Es kann auch gut sein, dass Die schon bei Deiner Distro dabei ist, und Du die vorhandene verwenden möchtest. Dann ueberspringe einfach diesen ganzen Schritt.
Installation unter /usr/local . Freetype wird bei der Installation von GD gebraucht. Ja, ich finde auch, daß der make-Aufruf krank aussieht.
cd /usr/local/src/lamp/freetype-1.3.1 ./configure --prefix=/usr/local make make install
Kommt es an dieser Stelle einem Abbruch bei dem Meldungen in der Form "X11/cursorfont.h: No such file or directory" auftauchen, so liegt es daran, dass die notwendigen X-Pakete nicht installiert sind. Ein guter Kandidat ist das 'xdevel'-rpm. Solltest Du dieses nachinstallieren, solltest Du im .../lamp/freetype... Verzeichnis die Dateien config.status und config.cache löschen, bevor Du mit 'make clean' und './configure' von vorne beginnst.
Hier wird die zlib unter /usr/local installiert.
cd /usr/local/src/lamp/zlib-1.1.3 ./configure make make install
Die libjpeg wird unter /usr/local installiert. Stört sich eigentlich auch nicht mit der von SUSE installierten libjpeg.
cd /usr/local/src/lamp/jpeg-6b ./configure \ --enable-shared \ --enable-static \ --prefix=/usr/local make make test make install
Hier muss das Makefile angepasst werden. Wichtig sind die Zeilen mit CFLAGS und
LIBS. Die Defaulteinstellung benutzt nicht libjpg, libpng, freetype - was wir
aber genau benutzen wollen. Daher die vorgegebenen Zeilen kommentieren, und
die Alternativen auskommentieren.
Bei den INCLUDEIDRS und den LIBDIRS habe ich jeweils einen Zusatz in der
Form '-I/usr/local/include/freetype2' bzw. '-L/usr/local/lib' gemacht.
Hat geholfen :-).
Zuletzt bitte auch nochmal nachschauen, ob INSTALL_LIB=/usr/local/lib,
INSTALL_INCLUDE=/usr/local/include und INSTALL_BIN=/usr/local/bin gesetzt
ist.
cd /usr/local/src/lamp/gd-1.8.4 make make install
Hier ist wichtig, daß der config-file-path auf /etc gesetzt
ist. Man sollte sich diesen Ort unbedingt merken, sonst wird man
später verweifeln.
Ich habe "--enable-bcmath \" eingefügt damit mathematische Funktionen nutzen kann.
Dies ist bei der Version 4 Standartmässig nicht dabei.
Jörg Weiss
cd /usr/local/src/lamp/php-4.0.6 ./configure \ --with-apxs=/usr/local/apache/current/bin/apxs \ --with-mysql=/usr/local/mysql/current \ --with-zlib \ --with-ftp \ --with-gd \ --enable-bcmath \ --with-jpeg-dir=/usr/local/lib \ --enable-versioning \ --enable-track-vars=yes \ --enable-url-includes \ --enable-sysvshm=yes \ --enable-sysvsem=yes \ --with-config-file-path=/etc make
Es wird das PHP-Modul installiert, und das wichtige PHP-Handbuch noch
in den Pfad für die Webdokumente kopiert.
Außerdem wird eine php.ini nach /etc kopiert.
Wichtig vielleicht auch noch die "chown" Anweisung. Die Dokumente
brauchen wirklich nicht root gehören. Statt dessen wähle ich
hier als Gruppe wwwadmin - bei mir ist das Verzeichnis /var/www via
Samba freigegeben, und alle Nutzer der Gruppe wwwadmin haben
Zugriffsrechte auf dieses Verzeichnis.
make install cp /usr/local/src/lamp/php-4.0.6/php.ini-dist /etc/php.ini mkdir /var/www/htdocs/phpmanual cd /var/www/htdocs/phpmanual tar -xzf /usr/local/src/lamp/tarballs/manual.tar.gz ln -s manual.html index.html chown -R nobody.wwwadmin /var/www chmod 700 /usr/local/apache/current/bin/apachectl
Die nächsten Schritte braucht man nur machen, wenn dies die erste LAMP installation ist.
ln -s /usr/local/apache/current/bin/apachectl /etc/rc.d/init.d/apachectl cd /etc/rc.d/rc2.d ln -s ../init.d/apachectl S20apachectl ln -s ../init.d/apachectl K20apachectl
Eventuell wird noch ein alter Apache beim Start automatisch aufgerufen - daher bei Bedarf die entsprechenden alten Einträge löschen:
rm S20apache rm K20apache
Arbeitet man auf der Maschine lokal, und loggt sich grafisch ein, kann man die links entsprechend auch noch für den Runlevel 3 setzen, also den Runlevel mit graphischem Login.
cd /etc/rc.d/rc3.d ln -s ../init.d/apachectl S20apachectl ln -s ../init.d/apachectl K20apachectl rm S20apache rm K20apache
Zuletzt sollte man in der /usr/local/apache/current/bin/apachctl noch einen Parameter "-DSSL" in den httpd-Aufruf unterhalb der Abteilung start einbauen. Dies ist notwendig, damit der Apache auch mit SSL-Unterstützung angestartet wird.
start) if [ $RUNNING -eq 1 ]; then echo "$0 $ARG: httpd (pid $PID) already running" continue fi #Original: #if $HTTPD ; then #gaendert, -DSSL eingefuegt: if $HTTPD -DSSL; then echo "$0 $ARG: httpd started" else echo "$0 $ARG: httpd could not be started" ERROR=3 fi ;;
Editiere die /usr/local/apache/current/conf/httpd.conf, die zentrale
Konfigurationsdatei für Deinen Apache. Ersetze zunächst alle
Vorkommnisse von "1.3.20" durch "current", damit Du in Zukunft bei neueren
Versionen die httpd.conf nur umkopieren brauchst.
Nun in der httpd.conf die Zeile mit
AddType application/x-httpd-php .php
finden, und das Kommentarzeichen entfernen. Ich selbst füge gerne noch ein paar weitere Endungen ein, damit alle möglichen Seiten geparst werden:
AddType application/x-httpd-php .php .phtml .php3 .html .htmNicht schlecht ist es auch noch, wenn man neben einer index.html auch eine index.php3 als Default-Index-Seite konfiguriert. Husch husch zur Zeile mit DirectoryIndex, und wie folgt ergänzt:
DirectoryIndex index.html index.php index.htm
Die /etc/php.ini sollte soweit eigentlich ganz in Ordnung sein. Trotzdem
mal reinschauen. Erläuterungen findest Du im PHP3-Manual (Du weist doch
noch, wo Du es hinkopiert hast, oder?).
Anmerkung:
Falls keine Variabeln automatisch übergeben werden kann man in der php.ini
die "register_globals = On" stellen.
Es kann sein, dass dies Standartmässig auf "Off" steht.
Jörg Weiss
/etc/rc.d/init.d/apachectl startDann mal mit
lynx localhostprobieren, ob's funktioniert. Wenn nicht, ist /usr/local/apache/current/logs/error_log Deine erste Anlaufstelle.
Bei wem beim Start vom Apache eine Fehlermeldung der Form
Cannot load /usr/local/apache/current/libexec/libphp4.so into server:
libmysqlclient.so.10: cannot open shared object file: No such file or directory
/etc/init.d/apachectl start: httpd could not be started
erscheint, der sollte in der Datei /etc/ld.so.conf noch den Pfad
/usr/local/mysql/current/lib/mysqlhinzufügen, und mit dem Aufruf von
ldconfigdie Bibliotheken verfügbar machen.
Links
Hier noch ein paar Links auf weiterführende Seiten zu diesem Thema.
Homepage: http://www.phpwizard.net/phpMyAdmin/
Homepage: http://www.thawte.com
Homepage: http://www.webdav.org/mod_dav/